Jeder, der schon einmal Kartoffelknödel gekocht hat, konnte dieses Phänomen schon miterleben: Sobald die Knödel gar gezogen sind, begeben sie sich vom Topfboden auf den Weg in Richtung Wasseroberfläche. Dort warten sie nur darauf, aus dem heißen Bad entnommen zu werden, ehe sie auf dem Teller landen. Dies gilt vor allem für kleinere Knödel wie unsere Kartoffelknödelinos; große Knödel sollten, wenn sie an der Wasseroberfläche schwimmen, noch ein paar Minuten im Wasser bleiben. Hast du dich schon mal gefragt, warum die kleinen Kugeln nach oben steigen? Dann bist du hier genau richtig, denn wir klären über dieses Alltagsphänomen auf.

Schwimmende Knödel

Um Kartoffelknödel zu garen, braucht es einen ausreichend großen Topf mit reichlich Salzwasser, in dem die Knödel genügend Platz haben, um zu schwimmen. Sobald das Wasser kocht, kommen die Knödel hinein und die Temperatur des Wassers wird reduziert, sodass die Knödel nur noch gar ziehen. Das heißt: Die Knödel werden in viel Wasser langsam gegart, das Wasser darf nicht kochen. Wer schon einmal Kartoffelknödel zubereitet hat, hat wahrscheinlich auch bemerkt, dass diese aufgrund ihres Gewichts erst einmal zu Boden sinken. Das liegt daran, dass der Knödel schwerer ist als das ihn umgebende Wasser.

Doch während des Garziehens steigen die Knödel plötzlich. Grund dafür ist Luft, die im Kloßteig eingeschlossen ist. Wird der Kartoffelknödel erhitzt, wird die eingeschlossene Luft ebenfalls erwärmt und dehnt sich aus; dadurch wird der Knödel etwas größer, und somit sinkt die Dichte. Das spezifische Gewicht des Knödels ist dann aber geringer, sodass sich auch die Dichte ändert. Die Folge: Der Knödel treibt an die Oberfläche.

Archimedes trifft auf Alltagsphänomen

Das Phänomen, das man immer wieder im Alltag beobachten kann, folgt dem Prinzip des Archimedes, das besagt, dass „der statische Auftrieb eines Körpers (in unserem Fall ein Knödel) in einem Medium (hier: Wasser) genauso groß ist wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums“. Archimedes entdeckte das Phänomen, als er eine Krone aus Gold auf seine Echtheit prüfte. Dafür nahm er einen Goldbarren gleichen Gewichts als Vergleichswert zu Hilfe und fand so heraus, dass die Krone nicht aus reinem Gold bestand, da unterschiedliche Mengen Wasser von den Objekten verdrängt wurden. Übrigens: Mit Helium gefüllte Ballons steigen aus dem gleichen Grund in die Lüfte: Die Dichte des Heliums ist geringer als die der Umgebungsluft.

Wer jetzt Lust auf Knödel bekommen hat, kann sich ja mal in unserer Rezepterubrik umsehen und eines unserer Rezepte nachkochen. Wie unsere Knödel perfekt gelingen, haben wir dir schon in einem vorherigen Beitrag erklärt.