Hast du auch schon mal am Mittagstisch oder beim Restaurantbesuch dein Smartphone für ein Foodfoto gezückt? Wenn ja, dann bist du nicht allein. Laut der TK-Studie zur Ernährung 2017 fotografiert jeder Fünfte sein Essen. Das sieht man besonders in den sozialen Netzwerken, wo auch mal nicht ganz so schöne Bilder gepostet werden. Oft kann man nur rätseln, was der langweilige Einheitsbrei wohl für ein Gericht ist. Falls dir das bekannt vorkommt, dann sind unsere Profitipps für leckere Foodfotos mit dem Smartphone von Blogger Thomas genau das Richtige für dich.

Thomas Vonier bloggt auf www.omoxx.com, und das schon seit acht Jahren. Auch im Hause Burgis ist er ein „alter“ und vor allem gern gesehener Bekannter. Ob fachsimpeln mit Knödel-Insider Timo Burger auf einer Messe, beim Vorknödeln zum Foodbloggercamp oder bei unserer knödeligen Blogger-Weihnachtsfeier – der sympathische Blogger aus München mit den messerscharfen Koch-Skills darf nicht fehlen. Vielleicht kennt ihr ihn ja auch aus dem TV, denn er hat zum Beispiel schon für Galileo Grills getestet. Da lag es auf der Hand, Thomas für unseren Rezeptwettbewerb mit ins Boot zu holen und die Rezepte der Facebookfans professionell nachzugrillen und zu fotografieren. Die Gunst der Stunde haben wir genutzt, um Thomas nach einfachen Tipps zu fragen, wie man auch mit dem Smartphone und ohne Profiausstattung Foodfotos macht, die Lust auf Genuss machen.

Foodblogger Thomas von Omoxx

Foodblogger Thomas von Omoxx

Thomas, wie richte ich mein Essen an, damit es für Foodfotos mit dem Smartphone ansprechend aussieht?

Der Teller sollte nicht überladen sein, dennoch sollte es realistisch sein, was da so auf dem Teller liegt. Miniportionen wirken etwas seltsam, wenn man sein Mittagessen posten möchte. Achte darauf, dass man alle Komponenten des Gerichts erkennen kann, und wische die Kleckser vom Rand.

Beim Fotoshooting zu unserem Rezeptwettbewerb „Grill den Knödel“ durften wir einen Blick auf deinen Geschirrfundus werfen. Scheinbar ist die Austattung nicht unwichtig für ein tolles Bild. Wie suchst du Teller & Co. aus, damit das Essen toll aussieht?

Ich suche das Geschirr immer passend zum Gericht aus, damit das gesamte Bild eine Geschichte erzählt. Zu einem herzhaften Burger wie dem Burgis KnöGaGe-Burger passt sehr gut ein rustikales Holzbrett. Auch die Baconknödel sind eher ein handfestes Gericht, und ein dunkler Teller passt perfekt dazu. Mit der Zeit sammelt sich ganz schön viel Equipment an, und so kann ich immer wieder mit verschiendenen Tellern, Schüsseln und Untergründen spielen. Wer nur dann und wann sein Essen zum Beispiel für Instagram fotografiert, der kann mit unterschiedlichen Servietten farbliche Akzente setzen oder sich vielleicht im Freundeskreis mal einen schönen Teller leihen. Flohmärkte sind auch eine tolle und günstige Quelle für ausgefallenes Geschirr. Wichtiger als das ganze Drumherum ist mir aber am Ende das, was auf dem Teller zu sehen ist – manchmal ist weniger auch mehr.

Was gehört noch dazu?

Auf das Beiwerk kommt es an. Ob Sprossen, Salat oder Zitronenschnitze – auch hier spiele ich mit unterschiedlichen Zutaten, um das Gericht lebendiger und farbenfroher wirken zu lassen. Ein Knödel auf dem Teller sieht etwas traurig aus, mit ein bisschen Schnittlauch macht er schon einen ganz anderen Eindruck. Ich habe große Töpfe mit unterschiedlichsten Kräutern, an denen ich mich immer wieder für Shootings bediene. Mein Tipp: Fragt auf dem Markt nach ausgefallenen Salatsorten, die richtig was hermachen auf euren Fotos.

Foodblogger beim Fotografieren

Foodblogger bei der Arbeit Bild: Andreas Grieger

Wie sieht es mit den Lichtverhältnissen aus? Welches Licht schmeichelt meinem Essen fürs perfekte Bild?

Tageslicht ist für schöne Foodfotos mit dem Smartphone am besten. Entweder du nimmst das Bild im Freien auf oder du stellst den Teller an das Fenster. Essen, das mit Blitz in dunklen Lichtverhältnissen fotografiert wird, sieht selten appetitlich aus. Wer etwas professionellere Bilder machen möchte, kann sich Tageslichtlampen besorgen, damit ist man unabhängig von der Tageszeit und den Lichtverhältnissen. Was immer hilft, ist eine weiße Fläche als Aufheller für die Schatten. Diese immer so aufstellen, dass das eintreffende Licht drauffällt und durch die Reflexion die Schatten aufgehellt werden – schaut in den allermeisten Fällen einfach besser aus.

Welche Perspektive empfiehlst du für anprechende Foodfotos mit dem Smartphone?

Sehr beliebt ist die Vogelperspektive, die eine gute Übersicht über das ganze Gericht ermöglicht. Sie kann aber auch dazu führen, dass die Speise sehr flach wirkt. Alternativ ist ein Winkel von 45 Grad empfehlenswert. Wenn man Details fotografieren möchte, dann sollte das Motiv farbliche Kontraste haben oder eine spannende Textur, damit das Essen ansprechend wirkt. Im Allgemeinem kann man sich auch an den Goldenen Schnitt halten, bei dem das Bild in drei Teile zerlegt wird. Orientierung bieten da die Hilfslinien, die bei der Smartphonekamera eingestellt sind. Das Hauptmotiv sollte dann etwas nach links oder rechts gerückt werden, um den Betrachter in diese Blickrichtung zu führen. Wer Bilder für Instagram aufnimmt, ist an das Quadrat gebunden. Dann sollte man auch das Quadrat als Einstellung auswählen und das Motiv zentrieren.

Foodfotos mit dem Smartphone zum Thema "Grillen"

Foodfotos mit dem Smartphone

Was hältst du von Filtern oder Apps zur Bildbearbeitung?

Voreingestellte Filter sind bei Foodmotiven meist nicht so gut geeignet, weil sie die Farben verfälschen können und das Essen dann unnatürlich wirkt. Eine individuelle Bildbearbeitung, ob mit den Kameraeinstellungen oder via Foto-App, ist besser, um die einzelnen Vorzüge des Motives zu betonen. Generell sollte man mit der Helligkeit, Schärfe und der Sättigung spielen, aber auch nicht damit übertreiben. Ein schön angerichtetes Essen aus der richtigen Perspektive bei Tageslicht fotografiert, braucht nicht viel Bearbeitung.

Dein universeller Tipp für leckere Gerichte und tolle Foodfotos mit dem Smartphone?

Hochwertige Zutaten kaufen, ausprobieren und Spaß dabei haben. Und Freundschaft mit dem Gemüsehändler schließen, damit er auch mal außergewöhnliche Sachen besorgt.

Ihr findet Thomas auf www.omoxx.com bei Facebook und Instagram.